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Die Rechte wenn Urlauber wegen den Waldbrände in Südeuropa ihre gebuchte Reise stornieren wollen

Juli 19th, 2012 · No Comments · Reiseinformationen, Reiserecht

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Bisher sind keine beliebte Urlaubsorte von den Waldbränden auf einigen Kanarischen Inseln (La Palma und Teneriffa), in manchen Gebieten Südeuropas (Sardinien und Istrien) und Südosteuropas (Montenegro und im Südwesten von Griechenland) betroffen.1.
Daher ist eine kostenlose Stornierung einer gebuchten Pauschalreise auf die Kanaren, nach Süd- bzw. Südosteuropa, die in den kommenden Tagen stattfinden soll, in der Regel nicht möglich. Liegt allerdings das gebuchte Hotel abseits eines klassischen Urlaubsortes und dummerweise nahe oder sogar inmitten eines von den Waldbränden betroffenen Gebietes, hat ein Pauschaltourist durchaus das Recht seine gebuchte Reise kostenlos zu stornieren.
Nicht ganz so eindeutig ist die Rechtslage bei einer gebuchten Rund-, Wander- oder Radreise in eine von den Waldbränden betroffene Region. Findet nur ein Teil dieser Wander- bzw. Radreise in dieser Region statt, kann der Reiseveranstalter eine Alternativroute organisieren, ein Recht auf kostenlose Stornierung besteht somit nicht. Eventuell hat in solchen Fällen der Wander- bzw. Radreisetourist das Recht auf eine Reisepreisminderung. Eine Reisepreisminderung wäre bei einer Rundreise auf jeden Fall dann berechtigt, wenn ein wesentlicher Teil, also beispielsweise eine besondere touristische Attraktion wegen höherer Gewalt aus dem Reiseverlauf durch ein alternives Reiseprogramm ersetzt wird. Oftmals argumentieren allerdings in solchen Fällen viele Reiseveranstalter, dass das alternative Reiseprogramm vergleichbar attraktiv ist, wie der ursprüngliche Reiseverlauf, diese Sichtweise ist natürlich völlig subjektiv und kann von einem Urlauber ganz anders gesehen werden. Eine solche Frage vor Gericht zu klären sollte aber gut überlegt sein, denn im besten Fall bekommt der Urlauber ein Paar Euros an Preisminderung zugesprochen, wird der Prozeß verloren fallen dagegen hohe Gerichts- und Anwaltskosten an. So ist es also i.d.R. ratsam mit dem Reiseveranstalter eine Reisepreisminderung auf Kulanzbasis anzustreben.2.
Die Rechtslage wenn eine Pauschalreise wegen höherer Gewalt, also beispielsweise wegen eines Walbrandes, abgeprochen werden muss:
In solch einem Fall hat der Pauschaltourist das Recht die Reise abzubrechen, die Hotelkosten für die abgebrochenen Urlaubstage muss der Reiseveranstalter erstatten, sollte der frühere Rückflug teuerer sein, als der gebuchte Flug, werden die Zusatzkosten zwischen Pauschaltourist und Reiseveranstalter geteilt. Darüber hinausgehende Entschädigungen, wie beispielsweise Schadensersatzansprüche wegen entgangener Urlaubsfreude hat der Urlauber nicht.
Eine Reiserücktrittsversicherung nutzt bei einer gebuchten Reise in ein Krisengebiet übrigens nichts. Eine Reiserücktrittsversicherung bezahlt nur dann die Stornokosten, wenn die Reise aus Gründen nicht angetreten werden kann, die den Reisenden selbst betreffen, beispielsweise wegen eines schwerwiegenden Unfalls, wegen plötzlicher Krankheit oder wenn ein naher Angehöriger verstirbt, also nicht aufgrund höherer Gewalt.3.
Quellen:
1. www.spiegel.de -> Reise -> Europa: “Südeuropa: Deutsche Urlauber kaum von Bränden betroffen“, 18.07.2012
2. eigene Recherche
3. www.rp-online.de -> Reisen-> Reise-News: “Sardinien und Teneriffa Waldbrände – Tipps zum Reiserücktritt“, 16.07.2012

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