Die Badegewässerqualität in Europa
-Frankreich: Atlantik-

Überblick über die Ergebnisse der Badesaison 1999:
Nach Auswertung der gewässerhygienischen Daten kann die Qualität der Badegewässer der französischen Atlantikküste als überwiegend gut bezeichnet werden. Von den 77 Meßpunkten wurden bei der Jahresendbewertung 34 mit der Note ""gut"" bewertet. Sieben Strände erhielten das Prädikat ""sehr gut"".

Bei den restlichen 36 offiziellen Meßpunkten war eine abschließende Bewertung nicht möglich, da von den Behörden während der Saison weniger als vier Messungen durchgeführt wurden.

Die vorliegenden Ergebnisse dieser Meßstellen (je drei)zeigen jedoch mit einer Ausnahme, dem Strand Plage de Courant in Saint-Julien-En-Born, durchweg keine Überschreitungen der Europäischen Grenzwerte.

Wie schon in der Saison 1998 zeigte sich, daß die Badegewässerqualität vielerorts von Niederschlagsereignissen abhängig ist. An vielen Stränden kommt es nach Niederschlägen zu einer Verschlechterung noch innerhalb der hygienischen Grenzwerte, vereinzelt wurden diese jedoch auch überschritten.

Besonders betroffen sind davon Küstenabschnitte in der Nähe von Flußmündungen, wie z.B. am Strand ""Plage du Courant"" (Gemeinde Saint-Julien-en-Born) oder ""Ouhabia Sud"" (Gemeinde Bidart). An letzterem besteht ein permanentes Badeverbot im Umkreis von 50 m zur Flußmündung.

Einige Gemeinden an der Atlantikküste (Biarritz, Hendaye, Tarnos, Anglet) sind in diesem Jahr erstmals dazu übergegangen, besonders belastungsgefährdete Strandbäder nach Gewitterregen bis zum Vorliegen der mikrobiologischen Analyseergebnisse vorsichtshalber zu schließen.

Andere Ursachen für eine Überschreitung der hygienischen Grenzwerte waren Beschädigungen des Kanalsystems oder Ausfälle der Pumpstationen von Kläranlagen. Temporäre Badeverbote wurden an der Atlantikküste in Anglet an den Stränden VVF, La Barre, Marinella und Sable d'Or, in Hendaye am Strand Héliomarin, in Biarritz an den Stränden Milady und Marbella und in Tarnos am Strand Digue Nord ausgesprochen. Der Strand ""Entre deux Digues"" in Tarnos wurde aufgrund mehrmaliger hygienischer Beanstandungen im Vorjahr in dieser Saison durchgehend für Badegäste gesperrt und aus dem Meßprogramm genommen.

Belastungsschwerpunkte:
Die Kläranlagen spielen eine zentrale Rolle im Zusammenhang mit der Belastung der Badegewässer. Schwachpunkte sind hier vor allem die Pumpstationen, welche das Abwasser auf ein genügend hohes Niveau pumpen, um das Fließgefälle in Richtung Kläranlage zu erhöhen. In Ufernähe sind diese Stationen besonders häufig. Die Überläufe der Pumpen führen oft direkt ans Meeresufer oder in einen Auffanggraben für Regenwasser, so daß bei einer Fehlfunktion ungeklärtes Wasser in unmittelbare Nähe des Badestrandes gerät.

Eine weitere wichtige Belastungsquelle sind die Flußeinläufe. Oft verfügen kleinere Dörfer am Oberlauf dieser Flüsse über keine oder nur ungenügende Anschlüsse an Kläranlagen. Dies führt insbesondere bei starker Wasserführung nach Niederschlägen zu einer erhöhten Belastung der in der Nähe der Flußmündung liegenden Strände.

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letzte Aktualisierung: 02.01.2005
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